Auf ins Pfefferminzland!

Es gibt ja viele Vorurteile und Gerüchte über die Britten… ich bin versucht zu behaupten sie sind alle wahr. Oder wie Obelix stets so treffend bemerkte „die spinnen, die Britten!“ Wenn man großzügig über die seltsamen Gewohnheiten, wie in der Schlange anstellen und auf der falschen Seite fahren hinweg sieht, bleiben Dinge übrig, die sicherlich jedes für sich gesehen, Einzelschicksale sind. In Summe aller Punkte erklären eben diese Dinge, den seltsamen Ruf dieser Nation.
In den kommenden Tagen, will ich ein paar Beispiele verewigen, welche meine Sicht untermauern, das England einen Besuch wert ist, jedoch eine gehörige Portion Gelassenheit ins Handgepäck muss.
Etwas übermüdet auf Grund des erwarteten Fluglotsenstreiks, stieg ich in den Easyjet-Flieger in Berlin-Schönefeld! Nun mag der eine oder andere ja sagen: selbst Schuld, aber Lufthansa wollte gleich mal das achtfache für die selbe Strecke.
In besagtem Flieger erwartete mich eine Stewardess, die nicht passender hätte sein können. Langsam stieg ich die Gangway empor und erblickte ein hübsches Gesicht, leuchtend blaue Augen und schwarzes, zum Zopf gebundenes Haar. Die erdbeerroten Lippen setzten den passenden Kontrast zu den dichten, langen, schwarzen und vermutlich künstlichen Wimpern. Nicht ganz ins erste Bild passten die weit abstehenden Ohren. Na gut…dachte ich mir, dafür kann sie ja nichts. Das Traumbild einer Stewardess erlitt einen weiteren Niederschlag. Zur Bluse mit Weste und Rock trug sie schwarze Stoffballerinas, welche ihre ohnehin schon recht kurzen Beine alles andere als schlank aussehen ließen und dem Durchschreiten der Sitzreihen etwas von einer Elefantenparade verlieh. Auch ihre Kollegin, gleiche Bauart in blond und ohne Segelohren, rettete auf Grund ihres ebenfalls bebenden Gangs nichts an diesem Eindruck. Einzig und allein der Steward, eine Art in die Jahre gekommener, verarmter David Beckham, kompensierte alle nebensächlichen Mankos mit an Charme grenzender Freundlichkeit und seiner zuvorkommenden Art. Letztere primär der großen, schlanken gutaussehenden Berlinerin, zwei Reihen vor uns, gegenüber. Nun ja, man kann nicht alles haben.

In Luton angekommen ging es direkt zum Europcar-Counter, welcher geschlossen war. Der mietwillige Flugreisende wurde darüber informiert, das der zuständige und geöffnete Mietwagenstützpunkt nur 10 Minuten Busfahrt entfernt sei. Nach kurzem Studium alle Busfahrpläne ging es dann zum Stützpunkt. Dort wurde uns nach nur weiteren 30 Minuten Wartens mitgeteilt, das der Reservierte PKW Typ nicht vorrätig sei.
In dem Fall eine unerwartet gute Nachricht wie sich noch zeigen sollte. Die kurze Busanreise erinnerte mich daran, das ich nur gelegentlich auf der Autobahn links fahre und noch nie in meinem kurzen Autofahrerleben mit der linken Hand geschaltet habe.
Kurzerhand entschloss ich mich den Renault Laguna zu stornieren und erstand einen E250 mit Automatik… ein gute Entscheidung. Mit einem unermüdlich, in feinstem Cambridgeenglisch quatschendem Navi, zwei quengelnden Kindern und eine leicht schreckhaften Beifahrerin, wäre mir zu wenig Konzentration für die Gangwechsel geblieben. Blech- oder Motorschaden wären die folgen gewesen, welche ich mit einem moderaten Aufpreis im dreistelligen Pound-Sterling-Bereich verhinderte!

Nach einer glücklicherweise zwischenfallfreien Anreise, erwartete uns die Ankunft in „Tante Pissis House“ … unser Basislager für die kommenden 7 Tage.